Was kostet Wertschätzung?

Wertschätzung ist nicht nur eine Frage des Geldes, ganz besonders im öffentlichen Dienst. Sie zeigt sich in Aufmerksamkeit, Verlässlichkeit, klarer Kommunikation und dem bewussten Umgang mit Zeit.
Es ist so schwierig im öffentlichen Dienst, tarifgebunden besondere Leistungen zu entlohnen. Mal eben das Gehalt erhöhen oder eine Prämie auszahlen? Das geht nicht ohne Weiteres. Auch dafür gibt es Möglichkeiten, aber sie sind aufwendig und benötigen bestimmte Rahmenbedingungen, die nicht immer da sind.
Trotzdem höre ich öfter: „Keine Wertschätzung hier.“ Dass es monetär nicht so einfach geht, kann auch als eine Chance betrachtet werden.
Gibt es Wertschätzung abseits des Gelds?
Wenn man geht, wird eine Bilanz gezogen, man bekommt öffentlich und nicht öffentlich vieles zu hören, was auch im Alltag zu hören gut getan hätte. Eine Art der Wertschätzung ist auf jeden Fall, wenn das, was man an einem wertschätzt, ausspricht. Nicht kurz vor der Rente oder beim Stellenwechsel, sondern dann, wenn es passiert. Viel zu oft hört man „nicht geschimpft ist gelobt genug“. Funktioniert das so? Waren Sie schon mal froh, dass keiner die Woche geschimpft hat?
Woran Wertschätzung im Arbeitsalltag sichtbar wird
Als ich mir überlegte, von welchen Personen ich immer eine Wertschätzung erfahren habe und wie ich das bemerkt habe, ist mir klar geworden, dass in Worten zu fassen, was gut gelaufen ist, nur ein Teil der empfundenen Wertschätzung ist. Wirklich gewertschätzt habe ich mich immer dann gefühlt, wenn es Kontakt zum Gegenüber gab: wenn Mails zuverlässig beantwortet wurden; wenn Themen wie vereinbart weiterverfolgt wurden, ohne dass ich mehrfach nachfragen musste; wenn ein freundliches, aber klares „Nein“ kam: gerade keine Kapazitäten oder dieses Thema ist nicht in meinem Fokus.
Eine Frage der Zeit
Also ist Wertschätzung nicht immer oder nicht nur eine Frage des Geldes, sondern meistens eine Frage der Zeit. Denn im Kontakt zu allen zu bleiben: Vorgesetzte, Gremienmitglieder, Stakeholder, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kolleginnen und Kollegen – das kostet Zeit. Und wenn es einfach zu viel wird, dann tut man gut daran, seine Prioritäten zu klären.
Wenn der Aufgabenstapel immer weiter wächst
Statt Mails unbeantwortet liegen zu lassen, was nicht selten neue Mails erzeugt, kann man ein Thema bewusst zurückstellen: Im Moment kann ich mich darum nicht kümmern, lass uns in zwei Wochen darüber sprechen. Oder ein Thema abgeben, was Vertrauen erfordert.
Manchmal entsteht der Eindruck, Wichtigkeit ließe sich an der Anzahl der unbeantworteten Mails und auf Erledigung wartender Aufgaben messen. Wenn dieser Zustand länger dauert, ist es Zeit, die Prioritäten neu zu sortieren: Was muss sofort erledigt werden und was kann warten? Was muss tatsächlich bei mir bleiben und was kann jemand anderes übernehmen?
Wertschätzung beginnt bei der eigenen Zeit
Wertschätzung hat am meisten mit der Aufmerksamkeit zu tun, die uns und unseren Themen geschenkt wird. Also ist Wertschätzung nur dann möglich, wenn Zeit dafür vorhanden ist. Wertschätzung für andere beginnt also mit der Wertschätzung der eigenen Zeit, mit der realistischen Einschätzung, was kann ich – nicht zuletzt zeitlich – machen und was nicht.
Zeit für Klarheit
Und gerade wenn Ihnen dafür die Zeit fehlt, ist es ein guter Anlass, sich endlich Zeit zu nehmen und sich Klarheit darüber zu verschaffen, wie Sie sich und Ihr Team so organisieren können, dass der Aufgabenstapel nicht tendenziell wächst, sondern Zeit für Menschen und Zeit für neue Ideen da ist.
Wenn Sie merken, dass für Menschen, Führung und gute Zusammenarbeit kaum noch Zeit bleibt, unterstütze ich Sie gern dabei, Ihre Rolle, Ihre Prioritäten und Ihre Handlungsmöglichkeiten zu reflektieren - mit professionellem Fokus, klarem Blick und ganzem Herz.
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